Solidarität mit den streikenden Beschäftigten

in den Unikliniken Düsseldorf und Essen

Eine offene Solidaritätserklärung des Bremer Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus vom 4. Juli 2018

Liebe Kolleg*innen der Unikliniken in Düsseldorf und Essen,

wir vom Bremer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus sind solidarisch mit euren Streiks für mehr Personal und Entlastung. Wir sind mit unseren Gedanken bei euch.

Am 20. Juni 2018 haben wir gemeinsam mit über 4000 Kolleg*innen in Düsseldorf demonstriert, um zum wiederholten Male auf die krankmachenden Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen und für mehr Personal zu kämpfen. Wir brauchen mehr Personal jetzt und nicht erst in ein bis zwei Jahren. Wir lassen uns nicht mehr vertrösten, dass angeblich eines Tages alles besser wird. Wir brauchen auch keine Almosen. Wir haben ganz einfach die Schnauze voll. Es kann so nicht mehr weitergehen. Das Personal im Krankenhaus ist physisch und psychisch am Limit. Die Arbeitsbedingungen haben sich durch Personalabbau vor allem in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Die Pflegekräfte können diesen permanenten Druck nicht mehr standhalten. Sie sind und werden krank, flüchten sich in die Teilzeit und kündigen ihren Arbeitsplatz auf, um z.B. einen anderen Beruf zu ergreifen. Nicht nur für uns, sondern für alle Patient*innen ist diese Situation stark gesundheitsgefährdend. Deshalb brauchen wir und sofort: mehr Personal im Krankenhaus, damit endlich die miesen Arbeitsbedingungen ein Ende haben. Wie oft sollen wir noch auf die zum Himmel stinkenden Arbeitsbedingungen aufmerksam machen?

Liebe Kolleg*innen, wir sollten so ein Bewusstsein der Stärke und des Stolzes entwickeln, dass die Arbeitgeber und die politischen Entscheidungsträger uns nicht mehr wie bisher abkanzeln können. Ohne uns läuft im Krankenhaus rein gar nichts. Wir erarbeiten die Kohle, die andere aufsaugen. Wenn wir wollen stehen alle Räder still. Wir arbeiten gerne im Krankenhaus, wir pflegen gerne die Patient*innen, aber nur noch unter den Bedingungen, die wir mit unserem Gewissen vereinbaren können. Wir sind keine Sklaven, wir sind keine Schachfiguren, die Ausbeutung unserer Arbeitskraft muss endlich ein Ende haben.

Wir wünschen euch nun alles Gute im Streik. Viel Erfolg für euren Kampf für mehr Personal und Entlastung. Gesundheit ist ein Menschenrecht, keine Ware! Solidarität ist unsere Stärke und Kraft!

Ariane Müller, eine Sprecherin des Bremer Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus